EPTL-NetEinsatzplanung Tonnenleger
Der Programmierer

Ein Programm, ein Entwickler, drei Jahrzehnte

Wolfgang Collmann

Ich bin Wolfgang Collmann, Diplom-Informatiker (FH) aus Filsum in Ostfriesland. EPTL habe ich als Student angefangen und seitdem nicht mehr aus der Hand gegeben: Konzept, Datenmodell, Programmierung, Installation, Datenrettung, Handbuch und Schulung, alles aus einer Hand.

Neben EPTL entwickle ich weitere Fachverfahren für die Schifffahrt, darunter das Tidefahrplanprogramm für die Elbe und die AIS-Auswertung für Verkehrszentralen, sowie Branchenlösungen für Handel und Schlachtbetriebe und eigene Apps mit künstlicher Intelligenz. Mehr dazu auf collmann-online.de.

1996erste Zeile Code für EPTL
3Generationen des Programms
1Ansprechpartner, seit dem ersten Tag
Wie EPTL entstand

1996: Ein Praxissemester in Aurich

Im August 1996 begann mein Praxissemester bei einer Schifffahrtsbehörde in Aurich. Die Aufgabe klang überschaubar: Aus den Eigenschaften der Tonnen und ihrer Ausrüstung sollten die Termine für Wartung, Konservierung und Austausch entstehen, dazu die ungeplanten Ereignisse, ein erloschenes Feuer, eine vertriebene Tonne. Grundlage war eine Datenbank, die in einem Amt schon im Einsatz war. Daraus wurde in vier Monaten mit Access 2.0 die erste EPTL-Version.

Was mich geprägt hat, war nicht die Technik, sondern die Art zu arbeiten: Prototypen bauen, sie den Leuten hinstellen, die damit arbeiten müssen, zuhören, ändern. Im Februar 1997 ging der Prototyp der Version 2.0 mit Übernahme der vorhandenen Daten an die Ämter. Das Handbuch nennt 1997 rückblickend als Einführungsjahr.

1997 bis 2005: Disketten, E-Mail und drei Versionen

Die ersten Jahre liefen mit getrennten Programmversionen für Tonnenleger, Amt und Bauhof. Der Datenaustausch ging per Diskette und später per E-Mail: Das Schiff exportierte, das Amt bündelte und verteilte. Wer einen Austauschstand ausließ, hatte ein Problem, und ich hatte einen Auftrag zur Datenbereinigung. 1998 kam die Umstellung auf Access 97, 1999 die Version 4.0, 2002 die Übergabe des Quellcodes der Version 4.1. In dieser Zeit lernte ich, dass Datenaustausch das eigentliche Herz eines Programms für Schiffe ist.

2008 und 2009: Die Neuentwicklung als EPTL-Net

Bessere Netzverbindungen, neue Anforderungen durch Solarkompaktanlagen und der immer aufwendigere Datenaustausch führten zur Neuentwicklung. Im Mai 2008 war das Feinkonzept abgestimmt, im Dezember 2008 liefen Windows-Client und Webservice online, im Mai 2009 folgten die Offline-Datenbank für die Schiffe und die Übernahme der Altdaten. Seitdem gibt es eine Installation für alle, und erst die Anmeldung entscheidet, ob jemand im Amt, an Bord oder im Bauhof arbeitet.

2010 bis 2020: Betrieb, Handbuch, Karten

Die Jahre danach waren Alltag im besten Sinn: Fehlersuche an Bord der Mellum, Netzwerkprobleme in Wilhelmshaven, die Rettung einer Offline-Datenbank von der Triton, die Zusammenführung der Daten dreier Schiffe für Emden. 2012 schrieb ich das Anwenderhandbuch mit Hilfetaste im Programm. 2015 kamen globale Suche, Zustandsmerkmale und der Umstieg auf .NET 4. Ab 2018 baute ich das eigene Werkzeug für elektronische Seekarten mit Stationssymbolen, Entfernungsmessung und automatischen Kartenupdates, 2019 ein eigenes Installationsprogramm, 2020 die eigene Kartendarstellung, weil die gekaufte Komponente nicht mehr mitspielte.

2022 bis heute

2022 habe ich Anwender und Administratoren in Tönning und Emden geschult und die Wünsche aus dem Erfahrungsaustausch umgesetzt. Ende 2025 kam die Beratung zur Verlagerung von EPTL, TIBES und AIS in die Bundescloud dazu. Das Programm ist inzwischen älter als mancher, der damit an Bord arbeitet, und läuft.

Was ich dabei gelernt habe

Drei Dinge, die sich nicht geändert haben

Mit den Anwendern, nicht für sie

Jede gute Funktion in EPTL kam aus einem Gespräch an Bord oder im Amt. Der Erfahrungsaustausch von 2019 füllte ein ganzes Protokoll, und fast alles davon ist im Programm.

Offline ist kein Sonderfall

Ein Schiff hat kein zuverlässiges Netz. Ein Programm für Schiffe muss ohne Verbindung genauso gut arbeiten und den Abgleich hinterher sauber hinbekommen.

Dabeibleiben

Software lebt nach der Einführung weiter. Datenrettung, Fernwartung, Schulung und der Umstieg auf neue Plattformen gehören dazu, nicht nur die erste Version.

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