Motivation, Historie und Konzept
Motivation
Mit dem IT-System "EPTL.Net" können Sie sämtliche Daten bezüglich einer Tonne aus Ihrer Tonnenkartei ablegen und verwalten. Durch Angabe von Ausliegedatum, Tonnenart und weiteren Daten zur Tonne wird ein individueller Arbeitsplan erstellt. In einer Stationsdatenpflege können auf einem Blick alle wichtigen Daten abgerufen werden.
Das neue EPTL-System löst die alte Version 4.13, die noch mit einer dezentralen Datenhaltung arbeitete, ab. Die Erfahrungen mit dem alten System führten zu einem neuen Konzept, das weniger fehleranfällig und konsistenter im Betrieb ist. Historie
Im Jahre 1997 wurde im Rahmen eines Praxissemesters ein IT-Verfahren namens „Einsatzplanung Tonnenleger“ eingeführt. Im Hause der damaligen Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich wurde innerhalb von 3 Monaten im Rahmen von Microsoft Access (Bestandteil von Microsoft Office) ein Datenbanksystem zum Verwalten von Tonnen- und Stationsdaten erstellt. Die Programmiermöglichkeiten waren zu diesem Zeitpunkt innerhalb des Microsoft-Office-Rahmens noch relativ eingeschränkt.
Das Programm war primär für den Einsatz an Bord eines Tonnenlegers konzipiert. Da die jeweiligen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter aber weiterhin die Kontrollfunktion übernehmen sollten, wurde eine zusätzliche Amtsversion und ein Datenaustausch benötigt. Zusätzlich sollte auch eine Bauhofversion eingeführt werden. Da die Tonnenleger bis dato noch nicht im WSV-Netzwerk angeschlossen waren, musste ein Datenaustausch über Diskette erfolgen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter führen meistens mehrere Tonnenleger. Somit ergab sich für den Datenaustausch eine Teilnehmerzahl von mehr als 3 Usern. Dieses führte zu erhöhten Anforderungen für den Algorithmus des Datenaustausches und zur Einhaltung bestimmter Regeln beim Datenaustausch.
Die einzelnen Programmversionen (Tonnenleger, Amt, Bauhof) erhielten jeweils eine Export- und Importfunktion. Die Daten konnten auf Diskette abgelegt werden oder per Email verschickt werden. Die zentrale Stelle war das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, das die Daten aufgenommen hat und wieder an alle anderen Teilnehmer weitergeleitet hat. Von der zeitlichen Reihenfolge her durfte kein Export ausgelassen werden. Leider war dieses nicht immer möglich und es kam vor, dass Dateien aus technischen oder organisatorischen Gründen ausgelassen wurden.
Im Laufe der Zeit (1997 bis ca. 2005) wurde das Programm regelmäßig erweitert, verbessert und optimiert. Die Regeln des Datenaustausches mussten jedoch weiterhin beachtet werden. Die Motivation, den Datenaustausch zu verbessern stieg nach und nach. Die DFÜ-Möglichkeiten der Tonnenleger und die dadurch entstehende Anbindung an das WSV-Netz verstärkten diese Motivation. Im Jahr 2008 übernahm das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning somit die Beauftragung einer komplett neuen Version des Programms „Einsatzplanung Tonnenleger“. Das Programm sollte unabhängig vom Microsoft Access entwickelt werden. Die Microsoft.Net-framework bietet seit seiner Einführung eine gute Basis zum Entwickeln von windowsbasierten Programmen.
Ein weiterer Grund für die Neugestaltung des Programms war die Einführung der Solarkompakt-Tonnen, die in der alten Programmversion nur umständlich verwaltet werden konnten. Die SKA wurden als Seelaterne im Programm geführt. Auch das Wegfallen der Gasbehälter-Tonnen führte zu neuen Anforderungen.
Konzept der neuen Version
Das primäre Ziel der neuen EPTL-Version war die grundlegende Vereinfachung des Datenaustausches. Zusätzlich sollte eine neue Datenpflege für die SKA eingeführt werden. Die Gasbehälter-Datenpflege konnte entfernt werden.
Die neue Version ist unabhängig von Microsoft Office und stellt in sich ein eigenes System dar. Die Installation des Programms erfolgt unabhängig von der gewünschten Programmversion (Tonnenleger, Amt, WSA, etc.), sondern erst die Anmeldung in das System entscheidet über das Aussehen und Verhalten des Programms.
Es wurde ein neues Rechtesystem eingeführt, das von zugewiesenen Administratoren zum Erteilen und Einschränken von Programmrechten verwendet werden kann. Jedes WSA kann somit individuell festlegen, wer welche Daten abrufen und verändern darf.
Ein großer Punkt im Konzept der neuen Version ist die zentrale Datenhaltung. Die Daten für alle Ämter liegen online auf einem bestimmten Server im WSV-Netz. Die einzelnen Benutzer verbinden sich online mit einem Client-Programm mit einem Webservice auf dem Server. Bei den Programminstallationen an Bord gibt es zusätzlich eine Offline-Datenbank, die das Client-Programm mit Daten versorgt, auch wenn keine Verbindung mit dem WSV-Netz hergestellt werden kann (Funknetz auf See ist nur im Küstenbereich erreichbar).

